Tuchmacher Museum

Was ist ein Tuch? Bis ins 19. Jahrhundert war die Wolle vom Schaf der wichtigste Rohstoff für die Herstellung von Kleidung und anderen Textilien. Aus Wolle hergestellte und ausgerüstete Stoffe bezeichnet man als Tuche. Für ihre Herstellung waren zahlreiche Arbeitsschritte notwendig: vom Waschen und Kämmen der Wolle über das Spinnen des Garns bis zum Weben und der Ausrüstung.

Das Gebäudeensemble

Die Gebäude der Tuchmacherinnung Bramsche entstanden über Jahrhunderte. Immer wieder wurden einzelne Teile angebaut oder abgerissen. Die Architektur dokumentiert so den Übergang von der handwerklichen zur industriellen Produktion.

Die Produktion

Wir produzieren an laufenden Maschinen aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert: Die zu großen Ballen gepresste Wolle wird im Wolf gelockert und gemischt, im Krempelsatz kardiert und vom Selfaktor zu Garn versponnen. Daraus weben wir auf Schaft- und Jacquard-Webstuhl Tuche und verarbeiten sie zu flauschigen Wolldecken.

Frühe Maschinen

Die Textilindustrie war der Motor der Industrialisierung: Schnellschütze und Spinning Jenny revolutionierten die Arbeitswelt. Wir zeigen die wichtigsten Etappen der Entwicklung von der handwerklichen zur industriellen Textilfertigung.

Die Färberei

Vor der Erfindung der Chemiefarben war das Färben von Textilien eine hohe Kunst. Ein streng gehütetes Geheimnis des Schönfärbers am Mühlenort war das Bramscher Rot. Die Färbung gelang am besten im großen Zinnkessel, der noch heute im Einsatz ist.

Die stille Werkstatt

Eine der ältesten, noch funktionstüchtigen Spinnereien wurde bis 1988 in Tangermünde (Sachsen-Anhalt) betrieben. Die seltenen Textilmaschinen wie Mule und Continue wurden im Tuchmacher Museum wieder aufgebaut und die Geschichte der Werkstatt erzählt.

Die Ausrüstung

Walken, Rauen, Scheren, Bürsten … Es sind noch viele Arbeitsschritte bis aus dem gewebten Tuch flauschige Wolldecken entstehen.

Gilde und Innung Bramsche

Die Anfänge der Tuchmachergilde reichen bis ins 16. Jahrhundert zurück. Bis zum Strukturwandel in den 1970er Jahren prägte sie die Geschichte von Bramsche.