Allgemeine Informationen zum Museum

Blick in den Spinnsaal des Museums (Foto: Oliver Pracht)

Tuchmacher Museum Bramsche
in Bewegung …

Das Tuchmacher Museum Bramsche ist mehr als ein Museum. Auf über 100 Jahre alten, laufenden Maschinen können Besucher die zahlreichen Arbeitsschritte der Herstellung von Wolltuchen miterleben: vom Waschen, Färben und Kämmen der Wolle über das Spinnen des Garns bis zum Weben, Walken, der Ausrüstung und Konfektionierung der Tuche zu flauschigen Wolldecken.

Die Produktion von Tuchen und die Ausstellung

Im Mittelpunkt des Museums steht die laufende Produktion. Erfahrene Museumstechniker bedienen und warten die historischen Maschinen und sind Ansprechpartner für unsere Besucher. Für die Produktion von der Rohwolle bis zum gewebten Wolltuch setzen sie alle wichtigen Textilmaschinen aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert ein: den Reißwolf, mit dem die Wolle gelockert wird, den raumfüllenden Krempelsatz, mit dem die Wolle zu lockerem Vorgarn verarbeitet wird, den Selfaktor, auf dem das Garn gesponnen wird, die Kettschäranlage zum Schären der Webkette, die Zwirnmaschine sowie den Jacquard- und den Schaftwebstuhl, auf dem aus dem Garn unsere Tuche gewebt werden.
Zusätzlich werden im Tuchmacher Museum alle Arbeitsschritte zusätzlich an den hölzernen Maschinen aus der Zeit der frühen Industrialisierung demonstriert. Dazu gehören Schnellschützenwebstuhl und Spinning Jenny, die in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts die Arbeitswelt revolutionierten. So werden im Tuchmacher Museum die wichtigsten Etappen der Entwicklung von der handwerklichen zur industriellen Textilfertigung gezeigt.

Standort und Geschichte des Museums

Das Museum befindet sich in einem einzigartigen Baudenkmal. Die historischen Gebäude der im 16. Jahrhundert gegründeten Tuchmachergilde auf dem Bramscher Mühlenort wurden sorgfältig saniert und beherbergen heute das Museum. Auch einige der historischen Tuchmacherhäuser im direkten Umfeld sind erhalten. Vor mehr als 400 Jahren zog das Wasser des Flusses Hase die ersten Tuchmacher an diesen Ort. Sie brauchten es zum Waschen und Färben der Wolle und zum Antrieb der Walkmühle, in der das Tuch verdichtet und damit widerstandsfähig wurde. Die Walke war Teil einer größeren Mühlenanlage des Fürstbischofs von Osnabrück, in der mehrere Gewerke die Wasserkraft nutzten.
Im Jahre 1849 konnte die Tuchmachergilde alle Mühlengebäude erwerben und gewann damit Platz für die Errichtung eines dreigeschossigen Fabrikgebäudes für die industriellen Textilmaschinen, mit denen viel schneller und effektiver produziert werden konnte. Die zwischen 1756 und 1920 auf den Fundamenten älterer Vorgängerbauten errichteten Gebäude wurden bis zur Aufgabe des Betriebes 1972 als Produktionsstätte genutzt. 1997 wurde hier das Tuchmacher Museum eröffnet.

Das Bramscher Rot

Vor der Erfindung der Chemiefarben war das Färben von Textilien eine hohe Kunst. Ein streng gehütetes Geheimnis des Schönfärbers der Tuchmachergilde war das Bramscher Rot. Den Farbstoff lieferte die Wurzel der Krapppflanze. Die Färbung gelang am besten im großen Zinnkessel, der bei den Färbertagen noch heute im Einsatz ist. Die Kunst des Färbens sicherte der Bramscher Tuchmachergilde über lange Zeit Aufträge der englisch-hannoverschen und später der preußischen Armee, die sie mit leuchtend roten, später blauen Uniformstoffen belieferte.

Vermittlung, Ausstellungen und Kulturangebote

Die von Museumstechnikern vorgeführte Produktion von Wolltuchen auf historischen Textilmaschinen steht im Mittelpunkt des Museums. Sie wird durch eine Ausstellung zur Geschichte der Wolltuchproduktion und den Bramscher Tuchmachern ergänzt. Mit besonderen Aktionen, wie Färbertag, Tuchmarkt oder Schafstag, vertiefen und zeigen wir mit vielen Akteuren traditionelle Handwerkstechniken aus dem Themenbereich des Museums.
Verschiedene Themen der industriellen Arbeits- und Lebenswelt sowie der Technikgeschichte werden in öffentlichen Führungen, individuellen Angeboten für gebuchte Gruppen sowie in speziellen Führungen für Schulen und Kindergärten vermittelt. Das Ausprobieren und Arbeiten mit verschiedenen Textiltechniken steht im Mittelpunkt unserer Workshops. Geburtstagskinder und ihre Freunde können einen ganz besonderen Kindergeburtstag im Museum erleben.
Mit seinem breiten Veranstaltungsangebot wendet sich das Tuchmacher Museum Bramsche sowohl an Kinder und Jugendliche als auch Erwachsene, Familien und Senioren. Das breite Spektrum reicht von Konzerten, Lesungen, Theateraufführungen und Vorträgen bis hin zu Ferienworkshops und partizipativen Angeboten. Verschiedene Sonderausstellungen widmen sich der Technik-, Stadt und Textilgeschichte. Mehrmals jährlich werden Ausstellungen mit zeitgenössischer Textilkunst gezeigt.

Touristischer Anziehungspunkt

Das Tuchmacher Museum Bramsche ist auch Standort der Tourist-Information. Zahlreiche Rad- und Wanderwege führen direkt am Museum vorbei. Der Museumsladen mit den im Museum hergestellten Wolldecken im „Bramscher Rot“, seinen regionalen Produkten sowie Souvenirs der Stadt Bramsche runden das touristische Angebot ab. Das Café und Restaurant Dat Wüllker Hus mit großer Außenterrasse am Mühlenteich befindet sich gleich nebenan in den historischen Räumen der Walkerei.

Anhänge

Allgemeine Informationen über das Tuchmacher Museum Bramsche.pdf

Logo Tuchmacher Museum Bramsche (digital, negativ)

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Tuchmacher Museum Bramsche: Spinnsaal (Foto: Oliver Pracht)

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Tuchmacher Museum Bramsche: Jacquard-Webstuhl (Foto: Oliver Pracht)

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Tuchmacher Museum Bramsche: Frühindustrielle Textilherstellung (Foto: Oliver Pracht)

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Tuchmacher Museum Bramsche: Eingangsbereich (Foto: Oliver Pracht)

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Ilka Thörner
16.03.2018 – 11:28 Uhr