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16.12.2017–04.02.2018 Zeitkapsel. Spuren der Erinnerung – Fotografien von Hermann Pentermann
Vor über 30 Jahren starb der letzte Bewohner eines Bauernhofs in Neuenkirchen-Vinte. Danach setzte erst langsam, dann immer schneller der Verfall des über 150 Jahre alten Gebäudes ein. Seit über fünf Jahren hält der Osnabrücker Fotograf Hermann Pentermann diesen mit der Kamera fest und erforscht in Interviews die Geschichte seiner Bewohner. Im besonderen Licht der Dämmerung entstehen dabei Fotografien, die mehr sind als eine Dokumentation des Verfalls, sondern auch Zeugnisse einer Fotoarchäologie, in der persönliche Fundstücke mit Erzählungen kombiniert werden. Ergänzt wird die Ausstellung durch eine Installation des Künstlers Reinhard Dasenbrock mit Fundstücken aus dem Bauernhof in Neuenkirchen-Vinte.


Hermann Pentermann, Vinte 2, 2012
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Hermann Pentermann, Vinte 2, 2012

Die Bildsprache seiner Fotografien vergleicht Hermann Pentermann mit der niederländischen Genremalerei des 17. Jahrhunderts, die ihn schon seit Kindertagen und einem Kunstgeschichtsstudium fasziniert: „Die niederländischen Maler nutzen gerne die zurückgezogenen oder geöffneten Tücher als bildeinführende Elemente ebenso nutzen sie Rahmen, um den Blick des Betrachters auf die agierenden Menschen im Innenraum zu lenken.“ So zieht auf einer Fotografie das kräftige Rot des Vorhangs den Blick in den Raum hinein, wo ein einsamer Stuhl steht. Durch das Mondlicht wirkt die Szene so, als ob gleich jemand zur Tür hereinkommt und auf dem Stuhl Platz nimmt. „Dadurch“, so Pentermann, „kehrt für den Augenblick wieder Leben in das Gebäude und die letzten Bewohner gewinnen an Präsenz.“

Ein besonderes Moment seiner Arbeiten sind nach Aussage des Osnabrücker Fotografen die Aufnahmen in der Dämmerung: „Durch die Beleuchtung werden die Farben in den Fotografien bunter und lebendiger und treten so in einen Kontrast zu der Ästhetik des Verfalls.“ Auch mit diesem Vergänglichkeits-Motiv greift er auf Vorbilder niederländischer Maler zurück: „In ihren Stillleben malten sie gerne vollgeladene Tische mit erlesenen Fischen, Austern, Wildbret, Obst und gefüllten Weingläsern. Doch beim zweiten Blick mahnen der aufsteigende Rauch der gerade erloschenen Kerze, die ausgeschlürfte Austernschale und die Fäulnisflecken auf dem Obst an die Vergänglichkeit der Welt. Dem Zeitpunkt der Reife und des größten Geschmackserlebnis folgt der Verfall.“

Hermann Pentermann, geboren 1963, hat schon als Schüler fotografiert und eine erste Ausstellung 1984 in der „Photogalerie Szene“ am Osnabrücker Hauptbahnhof realisiert. Der studierte Kunsthistoriker ist seit dieser Zeit als freier Fotograf tätig und widmet sich mit dem Projekt „Zeitkapsel“ verstärkt eigenen freien Projekten.



Samstag, 16.12.2017 – Sonntag, 04.02.2018
Zeitkapsel
Spuren der Erinnerung – Fotografien von Hermann Pentermann


Eröffnung: Freitag, 15.12.2017, 19.00 Uhr
Begrüßung: Kerstin Schumann, Museumsleiterin Tuchmacher Museum Bramsche
Grußworte: Heiner Pahlmann, Bürgermeister Stadt Bramsche
Einführung: Reiner Dasenbrock
Musik: Marie Pieck, Harfe
 

Ilka Thörner / Tuchmacher Museum Bramsche
http://www.tuchmachermuseum.de
erstellt am 22.11.2017



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