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07.06.2013–08.09.2013 The Beat Goes On. Der Sound. Der Style
Der legendäre Song des Popduos Sunny & Cher „The Beat Goes On“ lieferte die Inspiration für eine gemeinsame Ausstellung des Museums Industriekultur und des Tuchmacher Museums Bramsche. Ihr Thema sind Kontinuität und Wandel in den Jugendkulturen der vergangenen sechs Jahrzehnte, dargestellt anhand ihrer wichtigsten Ausdrucksformen: der Musik und der Mode. Das Museum Industriekultur Osnabrück spürt anhand ausgewählter Schauplätze dem Sound der jugendkulturellen Entwicklung nach, von den Konzert- und Tanzsälen über die ersten Diskotheken bis zu den heutigen Musikclubs. Das Tuchmacher Museum Bramsche widmet sich dem Style verschiedener Generationen, dargestellt anhand der von Modeschöpfern und den Jugendlichen selbst immer wieder neu interpretierten Klassiker Jeans, Lederjacke und Turnschuhe (Sneakers).


Der Style. – Tuchmacher Museum Bramsche


The Beat Goes On
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The Beat Goes On

Ob „Halbstarke“, Hippies, Punks, Gothics, Emos – jede Szene hat ihren eigenen Style. Wie der Musikgeschmack ist auch der Kleidungsstil für die Identität von Jugendkulturen und Jugendszenen von zentraler Bedeutung. Über ihr Outfit drücken Jugendliche die Zugehörigkeit zu ihrer Szene aus und grenzen sich zugleich von anderen ab.

Häufig werden Elemente eines Outfits aus anderen Zusammenhängen wie der Arbeitswelt oder dem Sport entlehnt. So wurden die Arbeitshose aus strapazierfähigem blauem Denim und die schwarze Motorradlederjacke erst durch Filmhelden wie James Dean und Marlon Brando zu Symbolen jugendlicher Auflehnung. Sie waren für die Heranwachsenden der 1950er-Jahre, aber auch für viele nachfolgende Jugendkulturen und Jugendszenen stilbildend.

Als das Provokationspotenzial von Bluejeans und Lederjacke verbraucht war, bearbeiteten und individualisierten die Jugendlichen ihre Kleidungsstücke. Sie pflegten die natürlichen Verfallserscheinungen ihrer Jeans, versahen sie mit sichtbaren Flicken, nähten sie um, bestickten und färbten sie. Die Punker versahen ihre Lederjacken mit Nieten, Sicherheitsnadeln und Sprüchen. Auch Sneakers boten und bieten vielfache Möglichkeiten der individuellen Gestaltung. In den 1980er-Jahren machten Jugendliche die Turnschuhe als Alltagskleidung salonfähig. Schließlich gab das Schuhwerk einer ganzen Generation den Namen.

Kaum ein Kleidungsstück in der Ausstellung sieht heute noch so aus, wie es einmal erworben wurde. Die Spuren in der Kleidung sind ein Stück Lebensgeschichte. Einige dieser Geschichten erzählen die Leihgeber in kurzen Filmsequenzen. Kontrastiert werden die Objekte aus der Region mit überregional bedeutsamen Kleidungsstücken wie etwa der Lederjacke, die Udo Lindenberg 1987 Erich Honecker schenkte.

Die Ausstellung im Tuchmacher Museum Bramsche wird gefördert durch die Niedersächsische Sparkassenstiftung und die Kreissparkasse Bersenbrück, den Landschaftsverband Osnabrücker Land e. V. und das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur sowie den Förderverein Tuchmacher Museum Bramsche e. V.

Förderer
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Eröffnung der Ausstellung im Tuchmacher Museum Bramsche Freitag, 7. Juni, 19.00 Uhr

Der Sound. – Museum Industriekultur Osnabrück


Der Jazz stand, noch vor dem Rock ‘n‘ Roll, bei den Jugendlichen der 1950er-Jahre hoch im Kurs und steht deshalb am Anfang des Ausstellungsgeschehens im Museum Industriekultur. Die Ankunft des Rock ‘n‘ Roll in Europa setzt weitere Akzente. Kinos und Rummelplätze sind in dieser Phase die jugendlichen Treffpunkte, wo die neuesten Rock ‘n‘ Roll-Platten gehört werden können. Ab Anfang der 1960er-Jahre gibt es eine Welle von Band-Gründungen. Der Beat bestimmt fortan das musikalische Geschehen, laut und heftig, aber vergleichsweise kurz. Wenige Jahre später verwandeln sich Beat-Schuppen und Gasthaussäle in Diskotheken. Jüngere Musiker orientieren sich am progressiven Sound insbesondere britischer Vorbilder. Einflüsse aus Klassik, Folk, Blues und auch wieder Jazz sorgen für neuartige, bisweilen rauschhafte Musikerlebnisse.

Als die Disco-Welle im Zuge des Filmerfolgs „Nur Samstag Nacht“ den Diskotheken in den 1970er-Jahren neue Besucherrekorde beschert, regt sich Opposition: Mit einfachsten musikalischen Mitteln, aber fordernd und rotzfrech treten die Punk-Musiker auf den Plan.

Heute gibt es Clubs, Diskotheken und öffentliche Partys für bald jeden Geschmack. Falls aber doch irgendwo ein Mangel herrscht, organisieren die Jugendlichen ihre eigenen Veranstaltungen. So wie es ihre Großeltern bereits in den 1950er-Jahren taten.

Die Geschichte des Sounds wird in der Ausstellung im Museum Industriekultur Osnabrück anhand von Fotos, Plakaten, Zeitungsausschnitten, Ton- und Filmdokumenten, Instrumenten und anderen Exponaten anschaulich und erinnerungsträchtig präsentiert. Zu sehen sind zum Beispiel selten gezeigte Jukeboxen eines hiesigen Herstellers, Filmaufnahmen des jugendlichen Klaus Doldinger bei einem Auftritt in der Osnabrücker „Blumenhalle“, Fotos des jungen Udo Lindenberg, der 1959 als zwölfjähriger Schlagzeuger in Osnabrück für Aufsehen sorgte, ferner eine von Angus Young (AC/DC) bei einem Besuch in Ibbenbüren signierte Gitarre, Requisiten aus legendären Diskotheken wie dem „Ocambo Club“, der „Drehorgel“, dem frühen „Hyde Park“ an der Rheiner Landstraße und aus dem „Circus Hyde Park“ und vieles mehr.

Weitere Informationen zur Ausstellung im Museum Industriekultur Osnabrück

Begleitprogramm zur Ausstellung


Katalog
Harald Keller und Reiner Wolf (Hg.): „The Beat Goes On. Der Sound. Der Style“, Katalog zur gleichnamigen Ausstellung im Museum Industriekultur Osnabrück und Tuchmacher Museum Bramsche, 232 Seiten, zahlr. Abbildungen, Oldenburg: Isensee Verlag, 2013, ISBN 978-3-89995-964-2, 24,80 Euro
 

Ilka Thörner / Tuchmacher Museum Bramsche
http://www.tuchmachermuseum.de
erstellt am 21.05.2013



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